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Bundesstiftung Baukultur zu Besuch im CIC

Im Rahmen ihrer Sommerreise 2026 hat die Bundesstiftung Baukultur das Coppenrath Innovation Centre (CIC) in Osnabrück besucht. Anlass war der fortschreitende Entwicklungsprozess des Lok-Viertels, für das das revitalisierte Gebäude auf dem ehemaligen Bahnbetriebsareal als Initialprojekt gilt. Im Mittelpunkt des Austausches für Immobilienfachleute und Interessierte standen der Umgang mit dem denkmalgeschützten Bestand, die Qualität von Planungs- und Beteiligungsprozessen sowie die Perspektiven für die schrittweise Entwicklung des rund 22 Hektar großen Areals. 

Nach der Begrüßung durch Felix Osterheider, Beiratsvorsitzender der Lokviertel Entwicklungsgesellschaft, und Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, führte ein Rundgang durch das CIC. Besichtigt wurden die Räume des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), das zu den größten Mietern des Hauses zählt. Osterheider hob die Innovationskultur des Standorts und seine unmittelbare Lage am Osnabrücker Hauptbahnhof hervor: „Gerade für technologie- und KI-orientierte Unternehmen verbindet das CIC ein wissenschaftliches Nutzerumfeld mit exzellenter überregionaler Erreichbarkeit.“

Das frühere Lokschuppengebäude steht zugleich für einen Ansatz, der Bestandsqualitäten als Ausgangspunkt neuer Nutzungskonzepte versteht. Bei der Revitalisierung entwickelte das Büro KRESINGS (Münster) ein Konzept, bei dem eigenständige Raummodule aus Massivholz in die großen Hallen eingestellt wurden. Die historischen Strukturen bleiben ablesbar; die neuen Einbauten sind weitgehend reversibel. Damit verknüpft das CIC den Denkmalschutz mit ressourcenschonendem Umbau und einer Nutzungsmischung aus Forschung, Technologie und Unternehmertum.

In seinem an den Rundgang anschließenden Impulsvortrag bezeichnete Nagel das Lok-Viertel als eines der derzeit wichtigsten Entwicklungsprojekte in Deutschland. Er stellte es in eine Reihe mit der HafenCity in Hamburg und dem Neckarbogen in Heilbronn – nicht als Größenvergleich, sondern mit Blick auf die Aufgabe, aus langjährig infrastrukturell geprägten Flächen ein gemischt genutztes, städtebaulich integriertes Quartier zu entwickeln. 

Osnabrücks Stadtbaurat Thimo Weitemeier stellte anschließend die bisherige Entwicklung von CIC und Lok-Viertel vor. Er skizzierte den angestrebten Wandel vom Verkehrsknotenpunkt zu einem lebendigen Stadtquartier mit Forschungseinrichtungen, Arbeitsplätzen und Wohnraum für etwa 3.500 Menschen. „Aus immobilienwirtschaftlicher Sicht liegen die wesentlichen Standortfaktoren in der zentralen Lage, der schrittweisen Aktivierung eines großen zusammenhängenden Areals und der vorgesehenen Nutzungsmischung,“ so Weitemeier.

Burkhard Bojazian, Geschäftsführer der Lok-Viertel-OS GmbH, erläuterte die nächsten Schritte. Nach seinen Angaben werden bereits vielversprechende Gespräche mit Investoren geführt. Nach der jetzt abgeschlossenen Kampfmittelräumung sollen Anfang 2027 die Erschließungsarbeiten für die ersten Baufelder beginnen. Damit rückt das Projekt von der konzeptionellen Vorbereitung in eine Phase, in der Baufeldzuschnitte, Nutzungskonzepte, Investitionsmodelle und gestalterische Anforderungen konkret zusammengeführt werden müssen. „Gestalterisch gute Ergebnisse müssen dabei nicht teuer sein. Entscheidend sind vielmehr Gehirnschmalz und das Zusammenspiel aller Beteiligten“, sagte Bojazian.